Geschichte

Zur Geschichte des Künstlerhauses und des Bezirksverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler
Karlsruhe e.V.

Die vielgestaltige Kulturlandschaft Karlsruhes ist seit mehr als hundert Jahren untrennbar mit der Einrichtung eines Künstlerhauses verbunden. Das erste Haus, das sich ehemals am Karlstor befand und das der damalige „Verein bildender Künstler“ 1909 aus eigenen Mitteln erworben hatte, bereicherte bis zu seiner kriegsbedingten Zerstörung das kulturelle Leben der Stadt. Als der 1948 offiziell gegründete „Verband bildender Künstler Baden Karlsruhe“ – aus dem der „Bezirksverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Karlsruhe“ (BBK) hervorging – Ende der 1970er Jahre erstmals wieder dauerhaft über ein Haus verfügte, konnte der Verband an die lange Geschichte dieser kulturellen Tradition anknüpfen. Die Zielsetzung der künstlerischen Arbeit sowie die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltungen unterschieden sich im neuen Künstlerhaus jedoch auf grundlegende Weise von der vorhergehenden Institution. Nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur war es bildenden Künstlern darum gegangen, durch eine organisierte berufsständische Interessenvertretung eine aktive Mitbestimmung in der Kulturarbeit einzufordern und damit die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen dieser Berufsgruppierung zu verbessern.

Nachdem der Bezirksverband Karlsruhe ab 1979 im Sanierungsgebiet der Altstadt in das Künstlerhaus einzog, erhielten seine Mitglieder die Möglichkeit, ihre Werke in der eigenen Galerie zu präsentieren. Auch würdigt der Verband seither vielfach das Schaffen bereits verstorbener Künstler der Region in retrospektiven Ausstellungen.

Über die regionale Verbandstätigkeit hinaus kooperiert der BBK Karlsruhe bundesweit mit anderen Berufsverbänden sowie weiteren Kultureinrichtungen, aber auch mit Unternehmen, Hochschulen oder Behörden. Gleiches gilt für die Partnerstädte inner- und außerhalb Deutschlands, zum Teil im Rahmen der Europäischen Kulturtagen Karlsruhe.

Der BBK Karlsruhe bereichert bis heute das kulturelle Angebot der Stadt. Zudem lieferte er in der Vergangenheit durch das Ausstellen unbekannter, aus Privatbesitz stammender Werke mehrfach weit beachtete Beiträge zur Karlsruher Kunstgeschichte. Durch seine Ausstellungspolitik leistete das Künstlerhaus bisweilen Pionierarbeit. Dies gelang beispielsweise mit der Aufarbeitung realistischer Kunst der 1920er Jahre in Karlsruhe, einer Zeit, in der diese Stadt auf künstlerischem Gebiet neben Dresden und Berlin eine führende Rolle einnahm.

Mittlerweile gibt es in Karlsruhe eine Fülle künstlerischer Aktivitäten. Deshalb ist es wichtig, Ausstellungen aus dem Künstlerhaus zu verlagern, um zusätzlich auf vielen Ebenen als Vertretung professioneller Künstlerinnen und Künstler präsent zu sein. Hierzu gehören zum Beispiel die Auktionen im Schloss, Ausstellungen in der Orgelfabrik Durlach oder das seit 2009 bespielte Schaufenster im Carl-Hofer-Haus in der Waldstraße 21 in Nachbarschaft zu Kunstverein und wichtigen Galerien. Seit Beginn im Jahre 1987 ist der Bezirksverband Mitveranstalter der Karlsruher Künstlermesse. Ebenfalls seit Bestehen 2004 betreibt der BBK gemeinsam mit der GEDOK einen Infostand auf der art Karlsruhe. Darüber hinaus ist der Bezirksverband jeweils mit einem Künstler in der städtischen Kunstkommission vertreten.

Im Künstlerhaus selbst finden im Rahmen der Erwachsenenbildung regelmäßig Kurse zu Malerei, Zeichnen, Modellieren und Drucken statt.Außerdem werden im Rahmen eines „Jour fixe“ regelmäßig interessante Themen vorgestellt und diskutiert.

In Anknüpfung an die Anfänge 1979 wird dort alljährlich ein Sommerfest gefeiert, das der generationenübergreifenden Kommunikation dient.

Schneider/NoK

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