Gastspiel – Sechs Künstler aus Franken

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Gastspiel – Sechs Künstler aus Franken
Dierk Berthel, Ernst J. Herlet, Gerd Kanz, Gerhard Nerowski,
Barbara Schaper-Oeser, Werner Tögel

Eröffnung: 19.4.2013 um 19 Uhr
Dauer : 20.4 bis 12. 5. 2013

Sechs renommierte Künstler aus Franken zeigen ihre vielschichtigen Werke im Künstlerhaus. Ihre Arbeiten sind erstmalig in der der Region zu sehen.

Gerd Kanz ist ein Wanderer zwischen den Welten Malerei und Bildhauerei. Seine „Reliefs“ sind geprägt von markanter Form, von der Montage und der energetischen Farbreaktion auf den schrundigen Flächen.

Werner Tögels vielfach überarbeitete Collagen oszillieren zwischen Abstraktion und feinster Illusion von Wirklichkeit und sind am Ende nichts weiter als perfekt arrangierte Farbflächen. Ein amerikanischer Traum lächelt dem offenen Betrachter entgegen.

Popartige Alltagsdinge, in grober Manie von Gerhard Nerowski aus dem Holz der Region geschlagen, lassen kaum die Illusion eines Wirklichkeitsersatzes aufkommen, weder aus der Oberfläche, die dafür viel zu sehr übersäht ist mit Arbeitsspuren, noch aus der Größe, die überdimensionierte Nebensächlichkeiten in Szene setzt.

Ernst J. Herlet kämpft in seinen großformatigen Werken häufig mit den Spuren einer Welteroberung durch eine imperialistische Kulturdiktatur, die am Ende der Vielfalt unserer Erde einen Todesstoß versetzt. Materialien aus den bereisten Ländern sind nicht nur Versatzstücke , sondern vielmehr Erinnerungselemente einer angeprangerten Wirklichkeit. Hochästhetische Empfindsamkeit leidet an einer brutalen Wirklichkeit, auch in seinen Werken.

Tiefe Eindrücke aus den häufigen Aufenthalten von Barbara Schaper-Oeser in der nordafrikanischen Wüste schlagen sich als Farbe, Muster, Struktur und Material auf den Leinwänden nieder. Aus solchen Ideellen und materiellen Mitbringseln kreiert die Künstlerin ihre abstrakten Impressionen.

Dierk Berthel spielt als Bildhauer mit Holz und Eisen als Material seiner Werke vor allem mit den Phänomenen Wegnehmen und Hinzufügen. Das Hineinarbeiten in den Holzstamm entfernt Schlag für Schlag etwas von der Mächtigkeit eines Blockes, die der Künstler mit seinen Metallteilen wieder ausdehnt und erweitert und monumentalisiert. Skulptur, Plastik, eine Unterscheidung für Kunsthistoriker, verschmilzt in Dierk Berthels archaischen Gebilden.
(Egon A. Stumpf)

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