Aktuelles

Atelierbesuch bei Helga Sauvageot am 26. Oktober 2016

Wir treffen uns am 26. Oktober 2016 in der Marienstraße direkt neben der Schauburg vor dem Eingang des Ateliers von Helga Sauvageot.
Gelassen empfängt die Künstlerin die unerwartet große Zahl von Interessenten in ihrem kleinen Arbeitsraum, in dem nicht nur eine Vielzahl von Skulpturen und Objekten sondern auch die 16 Besucherinnen und Besucher ihren Platz finden müssen. Schnell werden noch Sitzgelegenheiten aus allen Ecken der hinteren Räume herbeigeschafft.

Dann beginnt Helga Sauvageot über ihre Arbeit zu berichten – über eine Arbeit, die  ein breites Spektrum einer vielseitigen Kunst als Plastikerin und Bildhauerin anzubieten hat.
Neben ihren in minutiöser Vorarbeit gestalteten Bronze- oder Steinplastiken –  klein oder monumental im Außenbereich –  ist sie immer auch auf der Suche nach aktuellen Themen und setzt  sich vor allem mit Problemen unserer Zeit auseinander.

Ihre Philosophie:
Kunst und Leben sind eins.

Da gibt es ihren eindrucksvollen Zyklus „HELP“, der sich mit der Verschmutzung der Meere beschäftigt. Sie möchte den  Meeresbewohnern, wie sie selbst sagt, eine Stimme geben mit dem „Hilfeschrei der Fische
… ein erstarrter, auf der Stelle treibender Schwarm kleiner Fische, ein diffuses Heer von Silber und Gold, nach Luft schnappend mit angehaltenem Atem …
eingehüllt in ein Meer von Silikonkautschuk.

Ebenso sind Objekte aus Fundstücken für sie interessant, die sie verfremdet –  immer mit einem humorvollen Blick auf die Gesellschaft.
Daneben gibt es auch Installationen und surrealistische  Objekte.

Auf ihrer Website ist zu lesen:
„In einem Diskurs zwischen Form und Bewegung entstehen lebendig strukturierte Oberflächen, die Spuren der Arbeit beschreiben. 
Konkretisierende  Nähe und reduzierende Abstraktion zeigen Ausschnitte von Lebenswelten, gepaart mit einem subtil humorvollen Blick auf die Gesellschaft. 
Dafür versetzt sich die Künstlerin in die Figur, verändert sie spontan, freut sich über Zufälle, hört im entscheidenden Moment auf und findet kreative Lösungen. 
Bewegung und unmittelbare Reaktion auf die eigenen Sinne, das ist ein Prozess – ein Suchen und kein Plan.
Thema Mensch und Tier sind Motivation und Inspiration aus der physisch erlebten Außenwelt und aus der Natur.
So räkeln sich die Frauen voller Selbstvertrauen, andere dehnen Ihre Rundungen wie Akrobaten – mal entspannt, dann wieder zum Kampf bereit.
Daneben reckt ein Hahn, der „Angeber“, sein stolzes Haupt und kräht. Still oder provozierend mit Titeln, die weite Interpretationen zulassen.“

Helga Sauvageot stammt vom Niederrhein, hat in Mainz Bildhauerei und architektonisches Entwerfen studiert, hat an  Bildhauersymposien teilgenommen, ist mehrfache Preisträgerin bei Ideenwettbewerbungen. Es gibt zahlreiche Realisationen im Öffentlichen Raum. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa und den USA.
Die äußerst interessanten Darstellungen ihrer Kunst regen zu lebhafter Diskussion an, zu der besonders unsere jüngste Gästin, die 10-jährige Sabrina, produktiv beiträgt.

Mit vielen neuen Eindrücken erfüllt verlassen wir zufrieden das Atelier um 20.30 Uhr.

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Atelierbesuch am 29. Oktober 2015
im Atelierhaus Marienstraße 73 in der Südstadt

Um 18:30 Uhr Ende Oktober  ist es schon duWebsite_Entwurf1nkel in der Südstadt. Wir treffen uns vor dem Eingang zum Atelierhaus in der Marienstraße.
Die drei Künstler Gerhard Knodel, Brigitte Kratochwil-Hardt und Lilo Maisch erwarten uns in dem kleinen Gärtchen vor dem Haus. Nach einer Begrüßungsrede von Lilo Maisch verteilen wir uns auf die einzelnen Ateliers. Es haben sich so viele interessierte Kunstfreundinnen und Kunstfreunde  angemeldet, dass sie nicht alle zusammen in ein Atelier passen. So wandern wir in kleinen Gruppen von Atelier zu Atelier – über drei Etagen verteilt. Dabei erleben wir eine Überraschung nach der anderen – es ist unglaublich spannend, die unterschiedlichen Arbeitsweisen der drei Kunstschaffenden kennen zu lernen und bewundern zu dürfen.

Gerhard Knodel beschäftigt sich in erster Linie mit Ornamentik und Konstruktivistik. Die Ornamente werden nach strengen Regeln entworfen. Jedes Thema wird auf vielfältige Weise realisiert, indem er Variationen desselben Motivs nach dem gleichen System mit unterschiedlichen Materialien vorwiegend als Collagen umsetzt.

Die Kunsthistorikerin Elke Schneider schreibt über ihn:

„Bei der Betrachtung der farblich-rhythmischen Werke von Gerhard Knodel gleitet das Auge verwirrt über eine Vielzahl sich wiederholender Muster hinweg, die sich als Ornament scheinbar unbegrenzt in der Fläche ausdehnen. Erst nach und nach erkennt man die Ordnungsprinzipien, die seinen Bildern zugrunde liegen. … Es sind aber auch Abweichungen vom Ordnungsschema, die den Künstler gelegentlich reizen, … Störungen der Symmetrie durch neuartige Muster rufen hierbei sein besonderes Interesse hervor. …“

Er wird auch nicht müßig, in ausrangierten Gegenständen des Alltags interessante Objekte zu entdecken. Er nutzt seine handwerklichen Fähigkeiten wie Weben und Nähen, um ihnen eine neue spannende Bedeutung zukommen zu lassen. Jedes auf diese Weise entstandene Kunstwerk hat eine eigene Geschichte. Seine Kreativität kennt da keine Grenzen.

Gerhard Knodel ist ein eloquenter Redner. Er versteht es, seine Zuhörer nicht nur durch Worte, sondern auch durch Demonstrationen seiner Arbeitsweisen zu fesseln.

Brigitte Kratochwil-Hardt hat sich sehr lange mit Tierzeichnungen beschäftigt.

„Jeder Mensch, jedes Wesen ist etwas Besonderes – Beobachten und Zeichnen sind wesentlicher Teil meiner Arbeit. Die Zeichnungen entstanden nach der Natur.“

Heute arbeitet sie vorwiegend mit dem Material Ton.

„Sie schafft  Wesen, die atmen und sich bewegen, den Raum erobern oder sich darin auflösen …“

Anders als bei ihren Zeichnungen, die sich der naturalistischen Formulierung von Tieren annähern, konzentriert sich Kratochwil-Hardt in ihrem bildhauerischen Werk auf das breite Spektrum zwischen abstrahierenden und abstrakten Formen.

„Dieses künstlerische Credo bezeichnet ganz wesentlich die unerschöpfliche Quelle ihrer zeichnerischen und bildhauerischen Arbeit. Und jedes Wesen, das durch ihre Hände geschaffen wird – so möchte man ergänzen – atmet und bewegt sich, stülpt sein Inneres nach außen oder verschließt sich, erobert den Raum oder löst sich darin auf, ist schrundig oder geglättet, wirkt verletzend oder verletzlich. Gemeinsam ist beiden Werkgruppen das Ringen um eine gezielte Erfassung spontaner Momentaufnahmen; es geht ihr um die elementare Ausdruckskraft von Lebendigem.“ (Elke Schneider M.A.)

In ihrem Atelier treffen wir auf mannshohe Skulpturen, die uns mit Ehrfurcht einflößender  Würde empfangen. Ihr ganzer Stolz: ein eigener Brennofen … man kann nur darüber staunen, wie es möglich ist, in so einem kleinen Raum solch monumentale Objekte zu erzeugen.

 Lilo Maisch ist eine Künstlerin, bei der wir eine vollkommen andere Arbeitsweise kennenlernen:
Ihr Thema:  „Morphische Felder“
Was ist darunter zu verstehen?

„Seit einiger Zeit arbeite ich mit gebrauchten Offsetplatten, die ich mit Acrylfarben, Kunstharzfarben und Sand bemale. Dabei ist es für mich wichtig, dass der metallische Untergrund der Platten im Bild mit zur Sprache kommt.

Für mich ist die Tatsache von Bedeutung, dass die von mir verwendeten Druckplatten schon einmal zum Drucken verwendet wurden und noch die ursprünglichen Text- und Bildinformationen in einer bestimmten Anordnung tragen.“

„Vitalität und Dynamik bei der Bildgestaltung und zugleich Reflexion und Transzendenz als künstlerisches Anliegen kennzeichnen wesentliche Momente in der Kunst Lilo Maischs. …..

Das Gesamtwerk von Lilo Maisch ist bestimmt durch eine wiederkehrende Suche nach adäquaten Ausdrucksformen persönlicher Erfahrungen und Empfindungen. Verborgenen Kräften nachzuspüren, sie auszuloten und hierfür eine angemessene bildnerische Form zu finden, ist ein wichtiger Antrieb für ihr vielfältiges künstlerisches Schaffen. …

Sich bedingungslos der Wahrnehmung eigener Befindlichkeiten zu widmen, konventionelle Begrenzungen zu überwinden und die Fähigkeit Empfindungen eine bildwürdige Form zu verleihen, kennzeichnen wesentliche Momente in der Kunst von Lilo Maisch.“ (Elke Schneider M.A.)

Wenn man das Atelier von Lilo Maisch betritt, ist man fasziniert von ihrer Vielseitigkeit. Man findet dort nicht nur ihre bearbeiteten Offset-Platten, sondern unzählige Zeichnungen und Objekte, Banner, Bilder jeglicher Technik.

Für unser leibliches Wohl wird bei allen drei Kunstschaffenden vortrefflich gesorgt. Total zufrieden und bereichert mit vielen neuen Erkenntnissen verlassen wir das wunderbare  Atelierhaus in der Marienstraße 73, wo Kunst noch Kunst ist.

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Atelierbesuch bei Gerold Bursian  am 23. September 2014

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Es  war ein freundlicher Empfang in der Stresemannstraße 40 beim Atelierbesuch von Gerold Bursian. Jeder Besucher wurde mit Handschlag begrüßt, im Hintergrund auf der kleinen Terrasse vor dem Atelier erwartete uns ein liebevoll gedeckter Tisch mit vielen kleinen  Köstlichkeiten und Getränken.
Der Künstler führte uns in sein Atelier – und sie sind sehr beengt, die Ateliers in der Stresemannstraße  – wo schon ein Bildschirm und ein Video auf uns warteten –  für einige Besucher eine kleine Geduldprobe. Doch langsam entwickelte sich eine Gesprächsbasis – vor allem,  als die musikalischen Interpretationen ins Spiel kamen.

Bursian, in erster Linie ein bildender Künstler, hat sich weiterentwickelt – er setzt seine graphisch konzipierten Bilder in  Töne um und schafft so eine außergewöhnliche neue Linie:

„Seit Mitte der 90er Jahre konnte ich mittels einer Computer-Software meine Bilder in Klangelemente umsetzen.Diese Klangelemente wurden dann von mir arrangiert und bearbeitet.  An diesen „elektronischen Klangkompositionen” arbeite ich bis heute. Einige Klangkompositionen wurden im Rundfunk gesendet. Ergänzend beschäftige ich mich mit „Klangvisualisierungen”, also Formen und Farben, die auf die Klänge reagieren. Diese Kombination zwischen Malerei und Klangkompositionen ist in Ausstellungen mehrfach gezeigt worden. Videos und Fotografien sind weitere Arbeitsbereiche, die ich mir seit Mitte der 90er Jahre erschlossen habe.“

Seine neuste gestalterische Tätigkeit auf der Leinwand präsentierte sich uns auf einer Staffelei – ein Bild aus vorwiegend in Blau gehaltenen Linienstrukturen, das sich je nach Blickwinkel flächig  oder reliefartig darstellte. Man musste es von verschiedenen Seiten ansehen, mal von Weitem oder aus der Nähe betrachten  – immer wieder konnte man neue Botschaften entdecken.

Über seine Art zu malen  sagt er selbst:

„Mein Arbeitsprozess bewegt sich an der undeutlichen  Grenze zwischen Chaos und Ordnung. Er entwickelt sich „nichtlinear“ im  eigentlichen Sinn. Die Linienstrukturen sind iterative Gebilde, die  zur Auflösung streben. Es gibt  immer noch eine weitere Ebene „ad infinitum“. Die Bildkomposition ist nach dem  Kohärenzprinzip angelegt, wobei es auch mehrere Kohärenzebenen geben kann. Es entstehen Bild-Objekte klarer und malerischer Konzentration: Eine Einladung für den analytischen und meditativen Geist.“

Von Lothar Rumold wissen wir:

„Gerold Bursian, geboren 1946, studierte  von 1966 bis 1972 an der Karlsruher Kunstakademie bei den Professoren  Herkenrath  und Meistermann, bei welchem er zuletzt auch Meisterschüler war. Seit 1969 ist er Mitglied  des BBK. Bei seiner Aufnahme, so hat er mir erzählt, sei er im damaligen Büro in der Karlstraße gefragt worden: „Landschaft oder Porträt“. Das war, wie gesagt, nicht achtzehnhundert-, sondern neunzehnhundertneunundsechzig. Den zeitlichen Abstand zur Gegenwartskunst hat man seither doch erheblich verringern können. Zusammen mit Siegfried Schenkel war Gerold Bursian als damaliger Vorsitzender maßgeblich an den Verhandlungen mit der Stadt Karlsruhe beteiligt, die 1979 zur Einrichtung des Künstlerhauses geführt haben. Was wiederum dazu geführt hat, dass Gerold Bursian mittlerweile Ehrenmitglied des Vereins ist.“ 

Wir lernten mit Gerold Bursian einen zurückhaltenden vielseitigen Künstler kennen, immer auf der Suche nach neuen Wegen. Beim abschließenden geselligen Beisammensein bei Wein und Brot entwickelten sich  noch rege Diskussionen über Kunst und Kunstschaffen zwischen  Künstler und  Kunstinteressierten – nach 3 Stunden verließen die letzten Gäste das Atelier.

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Wer – Wann … im Schaufenster?

Ausstellerliste 2009/2010
15.04.–12.05.2009…Astrid Hansen / Doris Lasar
12.05.–16.06.2009…Anna Andris / Johanna Seiter
16.06.–15.07.2009 …Ralph Stock / Natascha Brändli
15.07.– 02.09.2009 ….Lilo Maisch / Dietmar Zankel
02.09.– 30.09.2009….Brigitte Nowatzke-Kraft / H-J Teegelbeckers
30.09.– 04.11.2009…..Eva Lützenkirchen / Peter Buchta
04.11.– 02.12.2009………………..Marie-Hélène Hettler-Desrue / Lothar Rumold
02.12.09.– 05.01.10………………..Brigitte Kratochwill-Hardt / Gisela Pletschen
05.01.– 03.02.2010………………..Christa Kress / Hermann Roth
03.02.– 03.03.2010………………..Mathias Ohndorf / Uta Ohndorf-Rösiger
03.03.– 07.04.2010………………..Inge Heel / Helga Sauvageot
07.04.– 04.05.2010………………..Europäische Kulturtage
04.05.– 09.06.2010………………..Ingrid Bürger / Sylvia Kiefer
09.06.– 30.06.2010………………..Gerold Bursian / Markus Jäger
30.06.– 28.07.2010………………..Sandro Vadim / Gabriele Goerke
28.07.– 08.09.2010………………..Tutilo Karcher / Roland Huß
08.09.– 29.09.2010………………..Martin Lorenz / Bernhard Stüber
29.09.– 27.10.2010………………..Philine Kempf / Wolfgang Blanke
27.10.– 01.12.2010………………..Jutta Hieret / Renate Schweizer

Ausstellerliste 2011
01.12.– 05.01.2011………………..Helmut Hirte / Kab.Jo Lee
05.01.– 31.01.2011………………..Michaela Escher / Annette Ziegler
31.01.– 02.03.2011………………..Barbara Jäger / OMI Riesterer
02.03.– 06.04.2011………………..Bernhard Lattner / Markus Kiefer
06.04.– 04.05.2011………………..Judith Arndt / Herbert Wetterauer
04.05.– 06.07.2011………………..Birgit Spalinger / Seping
06.07.–07.09.2011…………………Alexander Habisreutinger / Susanne Klary
07.09.–02.11.2011…………………Hans Wetzl / Roland Zeller
02.11.–11.01.2012…………………Doris Eilers / Michael Schneider

Ausstellerliste 2012
11.01.–07.03.2012…………………Katalin Moldvay / Elmar Interschick
01.03.–02.05.2012…………………Gesa Goldammer / Pavel Miguel
02.05.–04.07.2012…………………Bettina Kresslein / Marita Mattheck
04.07.–12.09.2012…………………Anina Gröger / Birgit Schott
12.09.–07.11.2012…………………Waltraud Kniss / Peter Nowack
07.11.–09.01.2013…………………Benno Huth / Achim Vollbach

Ausstellerliste 2013
09.01.–06.03.2013…………………Mirko Heipek / Ursula Schroer
06.03.–08.05.2013…………………Michael Melchers / Erika Binz-Blanke
08.05.–10.07.2013………………….Karin Germeyer-Kihm / Heinz Heister
10.07.–11.09.2013………………….Maria Lange / Verena Werner
11.09.–06.11.2013………………….Harald Herr / Helmut Goettl
06.11. – 08.01.2014………………..Sybille Onnen / Raimund Tscheuschner

Ausstellerliste 2014
08.01. – 05.03.2014………………..Hans Singbartl / Susanne Trautnitz
05.03. – 07.05.2014………………..Ann-Kathrin Busse / Hilke Turré
07.05. – 09.07.2014………………..Hubert Goldacker / Hermann Roth
09.07. – 10.09.2014………………..Artur Gepting / Julie Zimmermann (Akademie)
10.09. – Ende Oktober…………..Christine Bauer / Anne-Marie Sprenger

Eine Aera geht zu Ende:

Ab November 2014 endet die Präsentation von BBK-Künstlern  im BBK-Schaufenster in der Waldstraße 21 nach mehr als 5 Jahren. Michael Wiederstein, der uns für diese Zeit seine Schaufenster kostenlos zur Verfügung gestellt hat,  hat eine Pächterin für seinen Laden gefunden. Wir –  der BBK, der Förderverein und die beiden für die Organisation verantwortlichen Künstler  Brigitte Nowatzke-Kraft und Karlheinz Kramer – danken  ihm im Namen aller Künstlerinnen und Künstler, die ausstellen durften, für diese Großzügigkeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

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Atelierbesuch bei Ann-Kathrin Busse am 24. April 2013

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Es ist Mittwoch, der 24. April 2013 – strahlende Sonne – Rushhour – langsam Schritt für Schritt erreichen wir Berghausen. Das Atelier von Ann-Kathrin Busse liegt auf einer kleinen Anhöhe mit einem herrlichen Blick über das Pfinztal. Große bis auf die Erde reichende Fenster tauchen den Raum in ein wunderbares Licht. Die Künstlerin empfängt uns mit einem üppig gedeckten Tisch und reichlich Getränken. Man erkennt sofort, hier arbeitet jemand, der fast alle künstlerischen Medien beherrscht. Staffeleien, große Zeichentische, mehrere Computeranlagen zeugen von einer unglaublichen Vielseitigkeit der bildnerischen Gestaltung.

Nach einer kurzen Erfrischung erzählt uns Ann-Kathrin Busse von ihrem interessanten Werdegang, der nicht selten mit Stolpersteinen versehen war. Nach einem abgeschlossenen Studium als Diplombiologin studierte sie an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie das Malen mit Öl, Acryl, Airbrush, Pastell bis Tusche sozusagen von der Pieke auf gelernt hat. Eine wichtige Ergänzung ihrer Arbeit bietet der perfekte Umgang mit Photoshop. Es gelingt ihr, zwei vollkommen unterschiedliche Studiengänge – Biologie und Kunst – auf eine verblüffende Weise miteinander in Einklang zu bringen. Ihre freie künstlerische Gestaltung ermöglicht es ihr, medizinische Sachverhalte so darzustellen, dass der Patient sie versteht.

„Was du mir sagst, das vergesse ich.  Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich.“ Konfuzius

 Prof. Dr. Rainer Weber, Leiter des Nasenzentrums Marburg des Universitätsklinikums, nutzt diese Darstellung von Operationstechniken bei seinen Patienten. Er sagt:

„Der Patient soll über seine bevorstehende Operation gut informiert sein, sich ein klares Bild machen können und unnötige Ängste vor dem Eingriff verlieren. Ann-Kathrin Busse schafft es in faszinierender Weise, anatomische Zusammenhänge, operative Aspekte und die künstlerische Gestaltung so zu kombinieren, dass der Patient hervorragend informiert und positiv gestimmt in die Operation hinein geht …… Nicht nur, dass meine Patienten und ich diese Bilder lieben, ich kann sie auch für wissenschaftliche Vorträge und Präsentationen nutzen.“

So arbeitet sie in erster Linie als Illustratorin für pharmakologische Firmen und Ärzte, aber auch für Agenturen, Verlage und Museen. Comics, wissenschaftliche Darstellungen, Editionen, Kalender, und Bücher gehören ebenfalls zu ihrem Aufgabenbereich. Eine besondere Form ihrer Aktivität besteht im Malen auf Zuruf bei Messen:

„Ich stehe mit meiner Staffelei und Farben an einem Stand und male auf Zuruf zu gewünschten Themen Bilder. Die Staffelei ist in der vortragsfreien Zeit immer mit einer Menschentraube umstellt. Es wird viel diskutiert und gelacht, auch bei schwierigen Themen.“ Was ist Kunst, was ist Illustration? Darüber kann man lange streiten. „Als Künstlerin zeige ich in Ausstellungen auch Bilder, die eher einen darstellenden Charakter haben. In der Illustration gibt es Aufträge mit großer künstlerischer Freiheit. Lassen Sie mich einfach beide Kunstarten unter „Illustrationskunst“ friedlich vereinen.“

Sie liebt Pastelltöne und ist begeistert von einer Bildsprache, die Unfassbares und Besinnliches immer mit einem Augenzwinkern verbindet. „Humor ist der beste Bote für trockene und schwierige Themen.“ Sie arbeitet auch als freie Künstlerin. Ihre Arbeiten waren schon in ganz Deutschland, Italien und der Schweiz in Ausstellungen zu sehen. Nicht nur, dass sie uns viel über ihre Arbeit berichtet, sie zeigt uns auch, wie sie auf dem tablet am PC zeichnet und ihre Vorstellungen digital zum Ausdruck bringt. Wir hörten ihr interessiert zu, sind begeistert von ihrer Offenheit und der Atmosphäre in ihrem Atelier. Um viele Erkenntnisse reicher traten wir den inzwischen staufreien Weg in unsere heimatlichen Gefilde an.

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Atelierbesuch bei Hans Wetzl am 27. Juli 2012

Ein düsterer Himmel – drohende Regenwolken  – erste Tropfen  auf das Zeltdach, unter dem ein tolles Buffet auf uns wartete – eiliges Wegräumen der Sitzauflagen von den Biertischbänken –  durch nichts ließen wir uns verdrießen, den spannenden Ausführungen des Künstlers zu lauschen.

Unser Atelierbesuch im Juli führte uns zu dem Holzbildhauer Hans Wetzl, dessen Arbeit sich vorwiegend im Freien abspielt. Ein großer von Bäumen und Büschen umrahmter Platz erwartete uns in einem Gelände in der Kußmaulstrasse, in dem man getrost Lärm machen kann, denn die Holzbildhauerei ist bekanntlich eine recht laute Kunst.

„Holz ist für mich ein lebendiger Werkstoff.“

Aus dem Wald holt er sich die massiven Baumstämme und arbeitet aus ihnen die unterschiedlichsten Gestalten mit Klüpfel und Stechbeitel in technischer Präzision heraus. Daneben hat er auch immer ein Auge für besondere Fundstücke wie Wurzeln und skurrile Astformen. Seine Phantasie kennt keine Grenzen, die Kreationen der Natur schöpferisch  umzusetzen. Ihm fallen Wortspiele ein wie „Nägel mit Köpfen“ oder er sieht in ihnen mystische Gestalten – er schafft Räume und „Leerräume“ – eine besondere Liebe hat er zu dem Thema „Seelenräume“ entwickelt, wozu auch eine Gruppe keramischer Arbeiten gehört.

Wir erfuhren viel über seine außerordentliche Genauigkeit bei der Arbeit, vom Entwurf über das Modell bis zur endgültigen Fertigung. Sein Ideenreichtum und seine Vielfältigkeit bringen jeden Betrachter zum Staunen.

„Allen Arbeiten gemein ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Menschen und der Natur, nicht zuletzt dem Umgang des Menschen mit dieser. Auf erzählerische Weise wird der Betrachter in die Kunstwerke eingebunden und dennoch bleibt ihm sein ganz persönlicher Weg der Auseinandersetzung und Interpretation.“ (Simone Maria Dietz M. A.)

Lebhafte Diskussionen begleiteten anschließend den Genuss der kulinarischen Köstlichkeiten, die uns seine Frau Petra, selbst auch Mitglied im Förderverein, auf dem wunderschön dekorierten quadratischen Tischarrangement  servierte. Es war ein alles in allem gelungener Atelierbesuch.

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Atelierbesuch bei Franziska Schemel am 29. März 2012

  Unser nächster Atelierbesuch führt uns zu Franziska Schemel ins Atelierhaus in der Nordweststadt.

Seit ihrem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart von 1984 bis 1990 lebt und arbeitet die Konzeptkünstlerin in Karlsruhe.

Wer ist diese Künstlerin, die über sich selbst bei der Art-info 2008 sagt: „Vielleicht war ich früher einmal ein ägyptischer Tempelbauer.

Die Räume im Atelierhaus in der Stresemannstraße 40  sind klein – man könnte glauben, zu eng für 15 interessierte Kunstfreunde. Doch nach dem Motto ‚Raum ist in der kleinsten Hütte‘  ist es Franziska Schemel gelungen, sogar für fast alle einen Sitzplatz zu organisieren. Um einen kleinen Tisch mit Getränken und Knabbereien saßen wir dicht an dicht und lauschten den interessanten Ausführungen Franziska Schemels – über ihren Werdegang – ihre interessante Technik aus Malerei  und Fotocollage  in stark abstrahierter  Form  – über  die unentwegte Beobachtung alltäglicher Geschehnisse , bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht – immer begleitet von ihrer Kamera, mit der sie diverse Eindrücke und Stimmungen spontan festhält, um später aus ihnen heraus ein Bild entstehen zu lassen .

Über ihre Art zu arbeiten schreibt Prof. Dr. Harald Siebenmorgen u.a. in ihrem Katalog:

„Franziska Schemel beschäftigt sich seit Jahren in ihren künstlerischen Arbeiten mit einem, wenn auch mit großer Fantasie breit und vielfältig variierten Thema. Man kann es nicht recht einem herkömmlichen Genre des Bildes zuordnen: Figurenstaffage im Raum, Architekturbild mit Figur, abstrakte Konstruktion mit Fotocollage, Flächenbild oder Raumillusion? ……… Was sind zunächst aber die künstlerischen Mittel von Franziska Schemel? Die Fläche oder das flächenbezogene Relief. Die Symmetrie (fast immer) der „Goldene Schnitt“. Die verhangene, wenn man so will: melancholische Farbigkeit. Eine oder mehrere perspektivisch anvisierte Mitten, die ein fotografisches eingefügtes Motiv inmitten gemalter Flächen besitzen. Die Stimmung der Verlassenheit und des Ausgeliefertseins, meist in öden modernen Architekturen, die die von der Künstlerin selbst gemachten Fotografien charakterisieren.“

„Seltsam, im Nebel zu wandern Leben ist Einsamsein Kein Mensch kennt den andern Jeder ist allein Hermann Hesse, Im Nebel (1906)“

…… „Franziska Schemels Fotomotive zeigen diesen einsamen Menschen, selbst wenn sich mehrere auf einem Bild befinden. Sie sind eingekapselt in einen umgebenden künstlerischen Raum, der aber vollständig auf seine – fotografische – Mitte bezogen ist.“ ……. „

Gleichsam mit dem Ernst ägyptisierender Tempelkunst „wirft“ Franziska Schemel mit Gleichmut und Gleichmaß „Bilder hinaus“, und – so möchte man angesichts zeitgenössischer Kunst, die sich – auch notwendig und wichtig – mit Kitsch und Trash befasst, meinen: ikonenhaft, meditativ, nach innen konzentriert. Mit großer Konsequenz und Wahrhaftigkeit bleibt sie immer bei sich selbst.“   In dieser ihrer ganz eigenen Art zu arbeiten hat Franziska Schemel auf dem internationalen Kunstmarkt Fuß gefasst.

Beeindruckt von Ihren Arbeiten und ihrer Persönlichkeit kehrten  wir zufrieden nach Haus zurück.

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Atelierbesuch bei Sandro Vadim und Gabriele Goerke am 15. Juni 2011

Sonnenschein und gute Laune – von allen Seiten kamen sie herbei, gespannt darauf, was sie hinter dem großen Eingangstor der Goethestraße 10 erwarten würde, das Sandro Vadim pünktlich um 18.30 Uhr öffnete.
Farben – Farben – Farben … Orangefarbene Tische und Bänke in einem romantischen Innenhof empfingen gleich am Anfang eindrucksvoll die Gruppe von Mitgliedern, die sich zum Atelierbesuch eingefunden hatte.

Auf großen, meist quadratischen Leinwänden lebt Sandro Vadim, wie er selbst sagt, seine lyrische Farbmalerei aus. Man findet sie nicht auf der Staffelei, sondern auf dem Boden liegend, von allen Seiten in ständigem Perspektivwechsel erreichbar, ohne genaue Definition von oben und unten, rechts oder links. Dabei ist der Entstehungsprozess vielschichtig: immer wieder gibt es spontane Übermalungen – Zerstörung und Neugestaltung. In diesem Spannungsfeld zwischen Perspektivwechsel und Übermalung kann man letztendlich das Bild als den gelungenen Wurf erkennen, von dem Lothar Rumold sagt:

… „Der ästhetische Gehalt seines malerischen Werks liegt bei Sandro Vadim nicht zuletzt in dem, was man die Gestik seiner Bilder nennen könnte. Ich meine, es handelt sich bei jedem einzelnen dieser Werke, aber auch bei den Bildern insgesamt, um das Nachahmen des Wurfs sans phrase, um die Mimesis des Werfens, ohne dass dabei im wörtlichen Sinne etwas mechanisch auf die Leinwand geworfen worden wäre. Wurf müsste man dann verstehen als raumgreifende und raumeröffnende Geste der offensiven, ins weitere Außen und nach vorne gerichteten Art. Der Künstler als Werfender, das Werk als Wurf, selten war das deutlicher zu sehen als bei Sandro Vadim.“

Bei Gabriele Goerke, die sich seit einiger Zeit der Landschaft – vor allem dem Wald – als Thema in ihrer ganz eigenen eindrucksvollen Art zugewandt hat, finden wir dann das Kontrastprogramm. Lothar Rumold erklärt in ihrem Katalog ihre Kunst u.a. mit den folgenden Worten:

„Was an Goerkes Kunst Natur ist, muss, wenn es nicht durch seine Unmittelbarkeit und Unvermitteltheit peinlich wirken soll, im Bereich des Flüchtigen und des sich Entziehenden, des Atmosphärischen und Auratischen bleiben. Was läge ferner als der Süden Südamerikas, was klänge ahnungsvoller nach als dessen anderer Name: Patagonien. Das Indiskrete an der Mitteilung, dass Gabriele Goerke eine heimliche Sehnsucht nach diesem fernen Landstrich in sich trägt, mag gemildert werden durch den Umstand, dass hier eine ans Metaphysische rührende Konvergenz erkennbar wird. Goerkes in die Ferne gehende Sehnsucht und das Auratische ihrer hier und jetzt nahen Bilder verweisen auf den Raum, dem sie entstammen. Es ist der Raum des Déjà-vu, der auch der Raum der künstlerischen Erfahrung ist: der Ort des ästhetisch Möglichen, an dem Natur und Kunst, nah und fern zuerst und zuletzt ein und dasselbe sind.“

Die ganz große Überraschung aber kam zum Schluss: das reichhaltige Buffet, das uns zum Schwelgen brachte. Unter dem Oleander verweilten wir noch bis in den Abend hinein bei erkenntnisreichen Gesprächen und gingen erfüllt von den vielen Eindrücken nach Hause.

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