Sergey Tschumakov

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Sergey Tschumakov

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Sergey Tschumakov * 29 Januar 1962 * 1979 ├»┬┐┬Ż Absolvierung Kunstschule der Stadt Armawir * 1983 - Absolvierung Kunstfachschule Krasnodar als B├»┬┐┬Żhnenbildner *1983 ├»┬┐┬Ż 1995 Besch├»┬┐┬Żftigung als B├»┬┐┬Żhnenbildner und Ausstattungsleiter *1992 Aufnahme in den B├»┬┐┬Żndnis der Theaterpersonen Russland * ├»┬┐┬Żber 35 Theaterauff├»┬┐┬Żhrungen * seit1995 ├»┬┐┬Ż freischaffender K├»┬┐┬Żnstler *2001 ├»┬┐┬Żbersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland * 2008 Aufnahme im BBK


Ausstellungen
1997 Armawir / Russland *1998 Armawir / Russland *1999 Armawir / Russland * 2001 Galerie Kraftwerk / Chemnitz *2002 Galerie ├»┬┐┬Ż ART FORUM ├»┬┐┬Ż / Burgst├»┬┐┬Żdt *2003 Hotel ├»┬┐┬Ż Alte Spinnerei ├»┬┐┬Ż / Burgst├»┬┐┬Żdt * 2004 Ev. ├»┬┐┬Ż Luth. Kirchgemeinde Trinitatis / Chemnitz * 2005 Rathaus / Ahnatal * 2007 Galerie ├»┬┐┬Ż ART FORUM ├»┬┐┬Ż / Burgst├»┬┐┬Żdt * 2007 Hotel ├»┬┐┬Ż Alte Spinnerei ├»┬┐┬Ż / Burgst├»┬┐┬Żdt 2008 ├É┬│. Galerie BBK Karlsruhe
2009 г. Galerie BBK Karlsruhe
2010 г. Galerie BBK Karlsruhe
2011 ├É┬│. Hotel ├óÔéČ┼żAlte Spinnerei├óÔéČ┼ô / Burgst├â┬Ądt
2011 г. Galerie BBK Karlsruhe
2011 г. EigenART RESTAURANT

Rezensions

Das bildnerische Oeuvre des in Russland geborenen Künstlers Sergey Tschumakov wird durch die traditionsreichen
akademischen Gattungen der Landschafts- wie auch der Stillebenmalerei bestimmt, die in der virtuos angewendeten
glatten Lasurtechnik zugleich an die Malweise europ├â┬Ąischer Vorbilder erinnert. Tschumakov in h├â┬Âchstem Grade verfeinerte Wahrnehmung und seine ├â┬╝berragende Beherrschung der malerischen Mittel erm├â┬Âglicht ihm das Schaffen
von Kompositionen voll zarter Poesie. Dar├â┬╝ber hinaus erschlie├â┼Şt seine Malerei mit den gleichen Mitteln einer naturalistischen Auffassung Bildr├â┬Ąume, die von einer anderen, uns unbekannten Welt zeugen. Diesen Gem├â┬Ąlden geht
vermehrt eine gedankliche Konzeption voraus. Sie versinnbildlichen auf surreale Weise das Abgr├â┬╝ndige irdischen Treibens und entwerfen eine Daseinsform, deren Gesetzm├â┬Ą├â┼Şigkeit vom den zeichenhaft verkleinerten menschlichen Figuren nur schwer erkannt wird. Der Betrachten hingegen ├â┬╝berblickt diesen Weltentwurf in seiner Gesamtheit und erh├â┬Ąlt so die M├â┬Âglichkeit ├â┬╝ber den Weg des Absurden, Motive menschlichen Handelns zu ergr├â┬╝nden.

Tschumakov F├â┬Ąhigkeit , in konzentrierter Weise den farblichen und stofflichen Charakter von Licht umh├â┬╝llter Gegenst├â┬Ąnde in fein abgestuftem Kolorit meisterhaft wiederzugeben, zeigt sich besonderes einpr├â┬Ągsam bei seinem
Stilleben. Die Variationsbereite der dargestellten Utensilien zielt darauf, m├â┬Âglichst unterschiedliche Oberfl├â┬Ąchen in ihrer ganz eigenen Materialit├â┬Ąt zu erfassen- seine sie matt, schimmernd, transparent oder reflektierend, sein sie plan, durchbrochen , por├â┬Âs oder reliefiert . ├â┼ôberdies bereichen gl├â┬Ąnzende Gef├â┬Ą├â┼Şe oder eine spiegelnde Tischfl├â┬Ąche das Repertoire seiner Stilleben und liefern Aufschluss ├â┬╝ber den umgebenden Raum. Das Aufgreifen komplexer Formen,
sowie deren Anordnung zu klassischen Dreieckskomposition verraten die Orientierung Tschumakov an historischen Vorbildern der traditionsreichen akademischen Gattung Stielleben. So finden sich bei ihm auch die durch naturalistische Genauigkeit bewusst herbeigef├â┬╝hrten Sinnest├â┬Ąuschungen, Trompe-l oeils, als bef├â┬Ąnden sich auf dem Bild beispielsweise Insekten oder Schnecken.

Die sehr kunstvolle, von zeichnerischer und plastischer Auffassung bestimmte Malerei Tschumakovs erh├â┬Ąlt bei Werken wie ├óÔéČ┼ż Das Karussell ├óÔéČ┼ô eine auffallend emblematische und symbolische Bedeutung. Das genannte Gem├â┬Ąlde, das zu einer eigenst├â┬Ąndigen Werkgruppe geh├â┬Ârt, entwirft oberhalb wolkiger Gebilde eine groteske Welt, die ihre Ursprung in den Abgr├â┬╝ndeden verderbnisbringender h├â┬Ąretischer Visionen besitz. Bestandteil des Karussells ist ein sich ungebremst schnell drehendes, mit mehreren Speichen versehenes Wagenrad. Eine gr├â┬╝nderzeitlich aufwendig gestaltete Standuhr bildet die Achse f├â┬╝r die Nabe dieses Wagenrades. In einer infernalischen Sph├â┬Ąre wirbelt eine grenzenlos vergn├â┬╝gliche Schar von Harlekinen auf d├â┬╝nnen Schaukeln sitzend und von apokalyptischen Fanfarenrufen begleitet einem drohenden Abrutschen des ungleichwichtigen Karussells entgegen. Ihnen droht eine Verderbnis, die sich bei weiteren Karussells im Mittel- und Hintergrund bereits vollzogen haben mag. Tschumakov entfaltet in dieser Werkgruppe eine surreal anmutende absonderliche Welt menschlichen Treibens, verleiht ihr sinnbildliche Bedeutung und er├â┬Âffnet auf diese Weise dem Betrachter die M├â┬Âglichkeit, den Umtrieben Einhalt zu bieten.

Das bildnerische Schaffe Sergey Tschumakov, das durch eine aufwendige und langwierige Malweise bestimmt wird, ├â┬╝berrascht durch das hohe Ma├â┼Ş an naturalistischer Genauigkeit und topografischer Detailfreude, es ├â┬╝berrascht durch die virtuose Beherrschung der malerischen Mittel und durch die Vorliebe des Malers, an die aufwendige althergebrachte Tradition der Stilleben- und Landschaftsmalerei ungebrochen anzukn├â┬╝pfen.

Elke Schneider M. A. Kunsthistrikerin